Anna allein zu Haus

Anna und einer ihrer Clicker

Anna und einer ihrer Clicker

Nun war es also passiert: Atze zog aus – Anna blieb.

Und damit war der Startschuß gefallen mit Anna-Zwerg kleine und große Zukunftspläne zu machen.

Im zarten Alter von neun Wochen zeigte sie sich weiterhin immer gut drauf, unbekümmert und in unserem Rudel geradezu traumwandlerisch sicher. Einmal ratterte sie mit Kiwi aneinander, weil diese mal wieder eifersüchtig ihr Herrchen bewachte. Sie schrie uns ca. zwei Minuten die Ohren voll, obwohl sie glücklicherweise körperlich nicht mal ein Haar verloren hatte, aber sie war doch etwas erschüttert. Zu Recht, denn sie hatte nichts falsch gemacht, außer in der Nähe von Roger und Kiwi zu sein. Dummes Kiwi, grummel. Frauchen war entsprechend bedient und hätte gern das Mali-Ding mal zur Rechenschaft gezogen, Anna war aber beim Verlassen der Räumlichkeiten schon wieder guter Dinge und hatte die Sache offensichtlich damit abgehakt. Sehr zu meiner Freude.
So planten wir immer ein paar Prägungsspiele ein, fuhren mal hierhin und dorthin, trafen andere Hunde und Menschen, besuchten den Baumarkt und fuhren Skateboard auf einem Möbelhund (wieso heißt das Ding sonst so?) – alles völlig easy. Nicht so erfolgreich waren unsere Besuche in der Welpenstunde, was weniger an der Welpenstunde selbst lag. Die Übungen mit mir zusammen, die waren cool, die anderen Hunde, allen voran die zu der Zeit recht rüpelige Lucy, fand sie entweder langweilig oder zum Kotzen. Den Ursprung dieser Antipathie habe ich aber, glaube ich, selber gelegt, denn die kleine Lucy war, als Anna so knappe acht Wochen alt war, mal bei uns zu Besuch. Ich hielt dies für eine gute Idee, da sie so schon mal andere Welpen kennenlernen konnten (Atze und Anna). Lucy selbst ist heute eine sehr nette und äußerst wohlerzogene junge Dame, als Welpe hatte sie richtig Pfeffer im Hintern und hat das auch gern mal erprobt, bei Atze hatte sie damit allerdings keinen Erfolg. :-)

Für Atze war das auch bestens, er hat sich sofort in Lucy verliebt, ihr einen Heiratsantrag gemacht und ist ohne Umschweife zur Sache gekommen. Anna hingegen war da etwas zurückhaltender und nachdem sie von Lucy einige Male angegangen worden war (wir stellen uns da eine temperamentvolle Spielaufforderung vor), hatte sie die “Schnauze” voll, das war wohl nicht lustig für sie. Und wie es dann so war, trafen die beiden sich in der Welpenstunde wieder und beide erinnerten sich an die andere. Lucy immer den Deut schneller und flinker, weil etwas älter und schon geübter. Und Anna war keine zwei Minuten da, wurde sie wieder übergemangelt, grrrrrrrrr, da war dann Frauchen auch irgendwann genervt und hat sich aus dieser Veranstaltung verabschiedet. Vielleicht wäre das alles anders gelaufen, wenn Anna nicht in dieser Prägephase diese Erfahrung gesammelt hätte, so war sie also mein erster Hund, der die Welpenstunde nicht so toll fand und dabei haben wir es dann auch belassen. Zwei, drei Anläufe haben wir noch unternommen, wirklich wohl gefühlt hat sie sich nicht.
Geschadet hat es ihr nicht, mit anderen Hunden ist sie neugierig, aber nie richtig aufdringlich. Coffee z.B. hatte im Gegenzug nie Probleme in der Welpenstunde, aber trotzdem heute noch hin und wieder Situationen, wo sie mit anderen Hunden fremdelt, naja, komisch manchmal. Nicht alles kann man sich erklären.

Früh haben wir dann auch das Clickertraining in unseren Tagesablauf einbezogen, noch mal früher als bei Coffee und auch mit anderen Schwerpunkten. Bei Anna war mir superwichtig, sie aktiv zu halten, sie darf fordernd sein, ob ich darauf einsteige, bleibt ja mir überlassen. Wichtig ist mir ihre Freude an der Arbeit mit mir und bis zum heutigen Tage kann ich sagen, dass wir sehr froh sind, wie der Zwerg sich zeigt. Am auffälligsten ist ihre Fähigkeit sich zu konzentrieren, die war schon spürbar, als sie deutlich jünger war, sie läßt sich wenig von Umweltreizen oder anderen Hunden stören und hat immer den Eindruck vermittelt, voll bei der Sache zu sein – für mich wirklich erstaunlich zu sehen.

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